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Der E53 ist komplex, technisch vollgepackt und schwer einzuordnen. Verdient er den Namen AMG? Cyndies Antwort ist ein klares «Jein». Der Wagen liefert Leistung, Komfort und Hybrid-Technik – aber das letzte brutale AMG-Gefühl? Das fehlt.
Der komplizierte AMG
Um den E53 zu verstehen, muss man bei der Technik beginnen. Der Mercedes-AMG E53 Hybrid 4Matic+ ist ein Plug-in-Hybrid mit einem Normverbrauch von 3.2 Litern – allerdings nur, wenn der E-Antrieb konsequent genutzt wird.
Der Preis beginnt bei rund 120 000 Franken, der üppig ausgestattete Testwagen von Cyndie liegt bei 153 776 Franken.
Die Systemleistung ist mit 450 Kilowatt oder 612 PS zwar gewaltig, aber im Jahr 2025 nicht mehr rekordverdächtig.
Verrückt: Der kleinere C63 hat mehr Leistung. Normalerweise bedeutet grösser auch stärker – hier ist das nicht so. Der E verfolgt ein anderes Konzept.
Grosse Batterie, grosse Reichweite
Der E53 setzt auf einen Sechszylinder mit weniger Power als im C63, dafür aber auf viel elektrische Reichweite. 95 Kilometer sind es offiziell – rund sieben Mal mehr als beim kleinen Bruder.
Möglich macht das eine netto 21-kWh-Batterie, die wie ein E-Auto geladen werden kann: 11 kW AC, 60 kW DC.
Damit rückt der Alltagsnutzen stärker in den Fokus als bei den klassischen, kompromisslosen AMG-Modellen. Er ist schwerer, aber alltagstauglicher.
Schnell ist er trotzdem
Auch wenn der E53 weniger Leistung hat als sein kleiner Bruder, ist er alles andere als träge. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3.8 Sekunden – ein Wert, der noch vor wenigen Jahren Supersportwagen vorbehalten war.
Cyndie spürt sofort, wie kräftig der Hybrid anschiebt und wie sauber die Leistung ankommt.
Nur fühlt sich seine Geschwindigkeit anders an – kontrollierter, weniger wild, weniger explosiv.
Und genau das verstärkt den Eindruck, dass ihm das typische «AMG-Gefühl» ein wenig fehlt.
Warum er sich nicht wie ein «echter» AMG anfühlt
Cyndie merkt es besonders beim Schalten. Sie stellt auf manuell, zieht an der Wippe, möchte selbst entscheiden – aber das Getriebe denkt noch zu oft mit. Zu viel Komfort, zu wenig Kante.
Mercedes lässt spürbar Luft nach oben für den kommenden E63. Objektiv fehlt dem Auto nichts. Subjektiv fehlt das letzte «Woohoo», das brutale AMG-Gefühl.
Zwischen Komfort und Sport
Die E-Klasse ist traditionell komfortorientiert. Das merkt man auch hier: Auf der Geraden und besonders in Kurven kann der E53 viel.
Richtig wach wird er, wenn das Dynamikpaket verbaut ist – mit Sperrdifferenzial und stärkeren Bremsen. Dann fühlt er sich eher wie ein «dreiviertel AMG» an, nicht wie ein halber.
Der Konkurrenzvergleich
Im Duell gegen BMW, Audi und Porsche zeigt sich, wie stark dieses Segment geworden ist.
Der BMW M5 liefert 727 PS und kostet etwa 25 000 Franken mehr. Der Audi RS6 ist älter, hat aber immerhin 630 PS. Der Porsche Panamera 4S E-Hybrid ist schwächer als der E53, aber sportlicher und noch teurer.
Die obere Mittelklasse bleibt eine deutsche PS-Schlacht – und der E53 steht mittendrin.
Innenraum: Luxus, aber mit Detailschwächen
Im Cockpit überzeugt der E53 mit Massagefunktion, hochwertigen Ledersitzen und sehr guter Verarbeitung.
Aber im Detail sieht Cyndie wacklige Elemente, etwa bei der Sitzheizung an der Tür oder einer locker wirkenden Zierleiste. Das kennt sie leider von vielen aktuellen Premium-Modellen.
Das Infotainment hingegen hat Mercedes verbessert: übersichtlicher, moderner, schneller. Trotzdem wünscht sich Cyndie echte Knöpfe.
Platzprobleme
Durch den massiven Mitteltunnel wird der E53 faktisch ein Viersitzer. Und der Kofferraum ist mit 370 Litern klar zu klein für diese Fahrzeugklasse – die Batterie nimmt viel Raum weg.
Cyndies Fazit zum Mercedes AMG E53
Wer eine extrem schnelle, komfortable und dennoch sportliche Limousine will, liegt beim E53 richtig. Ob er nun ein «richtiger» AMG ist oder nicht – spielt am Ende kaum eine Rolle.
Für 99 Prozent der Menschen reicht die Leistung völlig aus. Und wer mehr will, der wird beim E63 fündig werden.
