Skip to content

Ist der BMW iX3 der neue Langstrecken-König?

Über 800 Kilometer Reichweite, 400 kW Ladeleistung und ein neuer Autobahnassistent: Der BMW iX3 will zeigen, wie entspannt elektrische Langstrecke heute sein kann. Cyndie Allemann hat ihn getestet.

Schau das Video

Kann ein Elektro-SUV wirklich zum Langstrecken-König werden? Genau diese Frage stellt sich Cyndie Allemann beim Test des neuen BMW iX3. Denn auf dem Papier bringt der Münchner alles mit, was Vielfahrerinnen und Vielfahrer suchen: grosse Batterie, hohe Ladeleistung, viel Komfort und moderne Assistenzsysteme.

BMW
Ist der BMW iX3 der Langstrecken-König unter den E-Autos? Quelle: GO!

Der neue iX3 ist kein leicht überarbeitetes Facelift, sondern ein komplett neues Auto. BMW setzt auf eine 800-Volt-Architektur, eine Netto-Batteriekapazität von 108,7 kWh und eine maximale DC-Ladeleistung von 400 kW. Nach WLTP sollen bis zu 805 Kilometer Reichweite möglich sein.

Über 800 Kilometer? In der Praxis nicht ganz

Ganz an den WLTP-Wert kommt Cyndie im Alltag allerdings nicht heran. Um diesen Wert zu erreichen, müsste der iX3 extrem sparsam unterwegs sein. Trotzdem ist sie mit der Reichweite zufrieden.

BMW
Laut WLTP hat der Elektro-SUV eine Reichweite von 805 km. Quelle: GO!

Im Test liegt Cyndies Verbrauch bei rund 17,5 kWh pro 100 Kilometer. Bei etwa 15 Grad Aussentemperatur ergibt das immer noch eine reale Reichweite von über 600 Kilometern. «Für ein E-Auto ist das ein sehr guter Wert», sagt Cyndie.

Laden fast wie eine Kaffeepause

Reichweite allein reicht auf langen Strecken aber nicht. Entscheidend ist auch, wie schnell Energie nachgeladen wird. Der BMW iX3 kann mit bis zu 400 kW laden, von 10 auf 80 Prozent soll es in rund 21 Minuten gehen.

Für Cyndie ist das genau der Punkt, an dem ein Elektroauto langstreckentauglich wird: «Ich mache eine kurze WC-Pause, kaufe mir einen Kaffee, habe noch ungefähr fünf Minuten Zeit, um mich zu bewegen – und schon kann ich wieder einsteigen.»

Komfort mit sportlicher Note

Ein Langstreckenauto soll nicht nur weit kommen und schnell laden, sondern auch angenehm fahren. Der iX3 schafft laut Cyndie eine gute Balance zwischen Komfort und BMW-typischer Sportlichkeit.

BMW
Ein BMW darf eher straff sein, findet Cyndie, denn das gehört zur sportlichen DNA der Marke. Quelle: GO!

«Vielleicht ist das Auto für manche ein bisschen zu hart», sagt sie. Ein adaptives Luftfahrwerk hätte dem SUV vielleicht gutgetan. Trotzdem passt die Abstimmung für sie zur Marke, denn Cyndie weiss: «BMW war immer eine sportliche Marke und wenn das jetzt ein bisschen weicher wäre, wäre das nicht mehr BMW.»

Besonders positiv fällt ihr die Ruhe im Innenraum auf. «Er ist wirklich sehr leise. Wenn ich diese konstanten Geräusche auf der Autobahn nicht habe, dann ist die Fahrt entspannter.»

Der Autobahnassistent fährt fast allein

Neu an Bord ist der Autobahnassistent. Cyndie kann die Hände vom Lenkrad nehmen, muss den Blick aber weiterhin auf der Strasse behalten. Das System hält Spur und Abstand und kann sogar Spurwechsel vorschlagen.

BMW
Mit dem neuen Autobahnassistenten kann Cyndie fahren, ohne die Hände am Lenkrad zu haben. Quelle: GO!

Bestätigt wird der Spurwechsel nicht per Knopfdruck, sondern mit einer Kopfbewegung. «Der macht es wirklich gut», sagt Cyndie. «Ich kann meinen Kaffee trinken und mich ein bisschen erholen.»

Der Assistent funktioniert jedoch nur bis zur legalen Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Landes. In der Schweiz ist bei 120 km/h Schluss. Und im dichten Verkehr kommt das System an Grenzen. Auf der A1 am Morgen um 8 Uhr werde der Assistent kaum überholen können, sagt Cyndie. Dafür hat es schlicht nicht genügend Platz.

Gute Rekuperation, aber nicht perfekte Bedienung

Sehr zuverlässig arbeitet die adaptive Rekuperation. Der iX3 erkennt andere Verkehrsteilnehmer, Kurven oder Kreuzungen und passt die Verzögerung automatisch an.

«Bei anderen Autos habe ich solche Systeme schon ausgeschaltet, weil sie genervt haben. Im BMW funktioniere es aber top», sagt Cyndie.

BMW
Bei der Ladeplanung gibt es für Cyndie noch Optimierungspotential. Quelle: GO!

Kritischer sieht sie die Ladeplanung. Sie funktioniert zwar, ist für Cyndie aber nicht die beste im Segment. Informationen zur Dauer der Ladestopps sind nicht sofort sichtbar, sondern müssen erst über mehrere Klicks aufgerufen werden.

Auch das Infotainment findet sie teilweise noch zu kompliziert. Es gebe sehr viel Text und viele Menüs.

Neu gedacht ist dagegen der Tacho. Statt klassischem Fahrerdisplay nutzt BMW einen breiten Anzeigebereich an der unteren Windschutzscheibe. Dazu kommt ein Head-up-Display.

Viel Platz für lange Reisen

Für die Langstrecke zählt auch genügend Platz und praktische Details. Vorne bietet der iX3 einen Frunk mit 58 Litern, hinten einen Kofferraum mit 520 Litern. Für Cyndie reicht das problemlos für vier Personen mit Gepäck.

BMW
In der Tür braucht es Platz für eine grosse Flasche Wasser, findet Cyndie. Bei BMW iX3 passt sie rein. Quelle: GO!

Auch im Innenraum gibt es viele praktische Ablagen: Platz für Kaffeebecher, Handy, Wasserflasche und Kleinkram. Auf der Rückbank sitzt Cyndie ebenfalls bequem. Die Beinfreiheit ist gross, die Rückenlehne lässt sich verstellen.

Fazit: Sehr nah am Titel

Ist der BMW iX3 also der neue Langstrecken-König? Cyndies Antwort fällt differenziert aus: «Ich finde, er ist nahe dran. Er hat eine gute Reichweite, er kann schnell laden und hat einen guten Komfort. Und das ist genau, was Vielfahrer wollen.»

Der grösste Kritikpunkt ist der Preis. Über 100’000 Franken für einen mittelgrossen Elektro-SUV sind viel Geld. Dafür erhält man eines der aktuell stärksten Langstrecken-E-Autos im Segment.

BMW
Für Cyndie ist der BMW iX3 aktuell einer der besten Langstrecken-E-Autos. Einziger Kritikpunkt: der Preis. Quelle: GO!

Trotzdem würde Cyndie persönlich noch abwarten. Später im Jahr soll eine Limousine basierend auf derselben Technik folgen. Durch ihre aerodynamischere Form dürfte sie noch effizienter sein.

Wer aber unbedingt einen SUV will und das nötige Budget hat, bekommt mit dem neuen BMW iX3 ein sehr überzeugendes Langstreckenauto.