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Lärm ist mehr als nur ein Ärgernis. Gerade in Städten und Agglomerationen belastet er die Gesundheit – und kostet die Schweiz laut Bundesamt für Umwelt jedes Jahr rund zwei Milliarden Franken. Eine neue Studie von TCS und Empa zeigt nun: Elektroautos können das Problem zumindest teilweise entschärfen.
Lärm macht krank – oft unbemerkt
Dauerhafter Verkehrslärm wirkt sich stärker auf den Körper aus, als viele denken. «Wenn ich Lärm ausgesetzt bin, kann mich das stressen – auch unterbewusst. Und genau das ist das Hauptproblem», erklärt Sascha Grunder, Leiter Test & Technik beim TCS.
Der Mensch reagiert mit einer Art Alarmzustand. «Das ist, als wäre das Fluchtverhalten immer aktiviert. Das hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit.»
Hinzu kommt: Der Verkehr hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. «Vor 20 bis 30 Jahren hatten wir rund ein Viertel weniger Autos auf den Strassen. Das hat einen grossen Einfluss.»
Elektroautos sind im Stadtverkehr klar im Vorteil
Ein wichtiger Ansatz zur Lärmreduktion ist die Elektromobilität. Der Grund liegt in der Technik. «Der Elektromotor ist viel leiser als ein Verbrennungsmotor. Es gibt weniger Resonanzen und keine Gangschaltung, die zusätzlich Geräusche verursacht», so Grunder.
Besonders beim Anfahren zeigt sich der Unterschied deutlich. «Bei tiefen Geschwindigkeiten und starker Beschleunigung haben wir in der Studie bis zu drei Dezibel Differenz gemessen. Das entspricht einer Verdoppelung des Lärms.»
Konkret bedeutet das: Ein Verbrenner beim Losfahren ist gleich laut sein wie zwei gleichzeitig startende Elektroautos.
Ab 40 km/h werden die Reifen zum Hauptproblem
Ganz lautlos bleiben aber auch E-Autos nicht. Ab etwa 40 km/h dominiert ein anderer Faktor. «Dann wird das Abrollgeräusch der Reifen zur wichtigsten Lärmquelle. Es übertönt praktisch alles andere», erklärt Grunder.
In solchen Situationen spielt es kaum noch eine Rolle, ob ein Elektro- oder Verbrennungsmotor im Einsatz ist. Entscheidend seien vielmehr Strassenbelag und Reifenwahl.
Besonders grosses Potenzial an Kreuzungen
Den grössten Effekt entfalten Elektroautos laut Studie dort, wo häufig beschleunigt und gebremst wird – etwa an stark befahrenen Kreuzungen oder Ampelanlagen.
420 Liter Kofferraumvolumen bei aufgestellten Rücksitzen und bis zu 1405 Liter bei umgelegter Rückbank sind für ein Auto von rund vier Metern Länge ein starkes Argument.
Auch im Fond fällt das Platzangebot ordentlich aus. «Der R4 ist der praktischere und etwas längere Bruder vom R5», sagt Cyndie. «Das war früher so und das ist heute noch so.»
Kompakte Elektroautos sind im Alltag oft die bessere Lösung
Für Cyndie zeigt der Renault 4 E-Tech Electric, dass die Franzosen das Thema E-Mobilität emotionaler und kreativer angehen als viele Konkurrenten.
«An neuralgischen Punkten mit vielen Verkehrsbewegungen ist das Potenzial gross», sagt Grunder. In ruhigen Quartierstrassen dagegen könne ein lärmoptimierter Belag oder ein leiser Reifen mehr bewirken als der Antrieb selbst.
Lärm bleibt subjektiv – seine Wirkung nicht
Wie störend Geräusche empfunden werden, hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. «Ein Porsche-Fahrer findet das Röhren vielleicht cool. Dafür stört ihn das Plätschern der Aare», meint Grunder mit einem Schmunzeln.
Doch unabhängig von der Wahrnehmung bleibt der gesundheitliche Effekt gleich. «Gerade der unterschwellige Lärm, an den wir uns gewöhnen, ist gefährlich – ähnlich wie Rauch, den man irgendwann nicht mehr riecht.»
Die Erkenntnis der Studie ist deshalb klar: Elektromobilität allein löst das Problem nicht. In Kombination mit leiseren Reifen, optimierten Strassenbelägen und Verkehrsplanung kann sie aber helfen, den permanenten Lärm in Städten spürbar zu reduzieren.








