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Grösser, schwerer, stärker: So präsentiert sich derzeit ein grosser Teil der neuen E-Auto-Welle
Dass Fahrzeuge immer mehr wachsen, ist nicht nur ein Gefühl. «Seit den 80er-Jahren ist die Autolänge in Europa um 20 bis 25 Zentimeter gewachsen», erklärt GO! Redaktorin Laila. In Städten, wo Platz ohnehin knapp ist, wird das zunehmend zum Problem.
SUVs: umstritten – gerade in der Stadt
Grosse SUVs und Crossovers geraten immer häufiger in die Kritik. Die Gründe: «Es ist eine Tatsache, dass SUVs einen hohen Energieverbrauch haben, bei der Herstellung viele Ressourcen verschlingen und auch mehr Platz brauchen – Platz, den man in der Stadt eigentlich nicht hat.»
Einige Metropolen reagieren bereits mit konkreten Massnahmen. In Paris zum Beispiel zahlen schwere Fahrzeuge fürs Parken deutlich mehr: Autos ab 1,6 Tonnen und E-Autos ab 2 Tonnen kosten dort ein Vielfaches im Vergleich zu kleinen Autos.
Deshalb steigt in Städten die Nachfrage nach kompakten Fahrzeugen – weil sie im Alltag schlicht praktischer sind.
Der Praxis-Check: Leapmotor T03
Wie alltagstauglich ein kleiner Stromer sein kann, zeigt GO! am Leapmotor T03. «Kleine Autos sind in der Stadt einfach viel handlicher», sagt Laila.
Der E-Kleinwagen ist 3,62 Meter lang und 1,65 Meter breit, leistet 70 kW und gehört damit zu den kleinsten Elektroautos auf dem Markt.
Für Laila ist das der entscheidende Punkt: «Das ist auch gleich mein erstes Argument: In der Stadt müssen Autos einfach klein und wendig sein.»
Wendig sein heisst weniger Stress
In engen Gassen, Quartieren und Parkhäusern kann ein grosses Auto schnell zur Belastung werden. «Ein SUV bedeutet in der Stadt viel Stress – und genau den vermeidet man mit dem T03. Denn mit diesem Auto komme ich überall durch und passe auch in Parklücken, die für andere Autos einfach zu klein sind», sagt Laila.
Der Wendekreis des T03 liegt bei 9,7 Metern. Gerade in verwinkelten Quartieren kann das den Unterschied machen – zwischen Rangier-Chaos und entspanntem Umdrehen.
Reichweite: in der City spielt der Stromer seine Trümpfe aus
Der Kompromiss bei kleinen elektrischen Stadtautos: Sie haben auch eine kleine Batterie. «Der T03 hat eine 37,3 kWh grosse Batterie – damit komme ich nach WLTP 265 Kilometer weit», sagt Laila. Innerstädtisch gibt Leapmotor sogar 395 Kilometer an.
Warum die City-Reichweite so deutlich höher ausfällt, erklärt sie mit zwei Gründen. Der erste ist die Rekuperation im Stop-and-go. Der zweite hängt mit dem Tempo zusammen: «Der Luftwiderstand steigt, je schneller ich fahre.»
«Deshalb ist der Energieverbrauch von E-Autos in der Stadt massiv kleiner – und man kommt weiter.» Aus der Praxis nennt Laila einen Richtwert: «In der Stadt verbrauche ich mit diesem Auto knapp unter 12 kWh auf 100 Kilometer. Auf der Autobahn kann es aber gut das Doppelte sein – und deshalb ist der Reichweitenunterschied so gross.»
Laden ohne Wallbox: ein echter Alltagsvorteil
Bei einem Stadtauto fast wichtiger als die Reichweite ist der Aufwand beim Laden. Eine kleinere Batterie kann hier Vorteile haben: Wer will, kann ohne Wallbox auskommen und einfach zu Hause an der Steckdose laden.
Laila rechnet vor: «Angenommen, ich komme um 20 Uhr nach Hause, stecke das Auto ein und fahre um 7 Uhr wieder los: Rein rechnerisch kommen in dieser Zeit etwa 25 kWh rein. Das heisst, ich kann den T03 so ungefähr von 30 auf 80 Prozent laden.»
«Anders als bei anderen E-Kleinwagen ist hier die DC-Ladung serienmässig dabei», betont Laila. Von 30 auf 80 Prozent dauert es an DC (45 kW) rund 36 Minuten. An der Wallbox (11 kW) dauert eine Vollladung von 5 bis 100 Prozent etwa 6 Stunden.
Preis und Ausstattung: hier überrascht der T03
Für kleine Stadtautos ist die Zahlungsbereitschaft aber oft geringer als für grosse SUVs – und genau deshalb wird bei vielen günstigen Modellen an der Ausstattung gespart. «Weil sie günstiger sein müssen, fehlt ihnen oft Ausstattung. Heisst: Es ist einfach nur das Nötigste drin», sagt Laila.
Der Vergleich zeigt das Dilemma: Ein Dacia Spring kann teurer sein, bietet aber weniger – etwa keine serienmässige DC-Ladung.
Wer mehr Komfort will, zahlt schnell deutlich drauf. Beim Renault 5 etwa schlägt die umfangreichere Ausstattung mit rund 8000 Franken mehr zu Buche.
Umso überraschender ist das Paket des T03: «Für knapp 17’000 Franken hat dieser hier erstaunlich viel drin.» Genannt werden unter anderem Assistenzsysteme wie adaptiver Tempomat, Toter-Winkel-Assistent und Spurhalteassistent.
Dazu kommen Extras, die man in dieser Klasse selten sieht: «Ich habe auch ein Panoramadach, beheizbare Aussenspiegel oder eine Rückfahrkamera.»
Ganz ohne Sparspuren geht es trotzdem nicht. «Ich habe zum Beispiel nur alte USB-Anschlüsse, die Sitze verstelle ich noch manuell, und hinten habe ich keinen Scheibenwischer. Aber für diesen Preis ist das okay», sagt Laila.
CarPlay und Android Auto sind nicht fest integriert, dafür liegt ein AutoKit-Gerät gratis bei.
Nachhaltigkeit: weniger Ressourcen, weniger Verschleiss
«Mein letztes Argument für kleine elektrische Stadtautos ist die Nachhaltigkeit.»
Inhaltlich meint Laila: Kleinere Autos benötigen weniger Ressourcen, sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb.
Ein Vergleich macht es deutlich: «Aus einem Akku vom EQS SUV kann ich zum Beispiel fast drei Akkus für dieses hier machen.» Zudem verursachen leichtere Fahrzeuge weniger Reifen- und Bremsenabrieb und brauchen weniger Platz im öffentlichen Raum.
Für die Stadt braucht es nicht mehr SUV, sondern mehr Vernunft
Für Laila ist klar, wer in und um die Stadt unterwegs ist, profitiert von einem kompakten E-Auto. «Wenn man das Auto nur für Personentransport in und um die Stadt nutzt, braucht man wirklich keinen SUV. Mit so einem Auto hier ist man viel besser bedient», sagt sie.
«Unter vier Metern und mit E-Motor ist das ein Angebot, das man erst mal schlagen muss. Und ich finde: Das ist endlich mal ein Kleiner, der es mit den Grossen aufnehmen kann.»








