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BYD Seal im Test: Wie gut ist der angebliche Tesla-Killer wirklich?

BYD gilt als einer der grossen Herausforderer in der Welt der Elektromobilität. Doch hält der Seal, was der Ruf der Marke verspricht? Cyndie Allemann hat die chinesische Elektro-Limousine getestet.

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BYD ist längst kein kleines Start-up mehr. Der chinesische Konzern gehört zu den grössten Herstellern von Elektroautos weltweit und sorgt seit Jahren für Aufsehen. 2025 verkaufte BYD erstmals mehr reine Elektroautos als Tesla. Seit kurzem ist die Marke auch in der Schweiz erhältlich.

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Der Seal ist eines von fünf Elektromodellen, die es momentan von BYD in der Schweiz gibt. Quelle: GO!

Cyndie Allemann ist das erste Mal in einem Auto von BYD: «Seit Jahren höre ich, wie gut BYD ist. Und dass es der nächste Tesla ist. Aber stimmt das wirklich? Genau das will ich heute herausfinden.»

Im Fokus steht der BYD Seal. Eine Elektro-Limousine, die klar gegen das Tesla Model 3 Long Range antritt.

Schon optisch erinnert der Seal Cyndie an den amerikanischen Bestseller. «Wenn ich mir den Seal anschaue, dann erinnert er mich viel an das Model 3. Das Aussehen ist aber nicht das einzige.»

Mehr Leistung, weniger Reichweite

Cyndies Testwagen kostet 56’090 Franken. Damit liegt der BYD Seal ungefähr auf dem Niveau eines vergleichbaren Tesla Model 3 Long Range, bietet mit Allradantrieb und 390 kW Leistung aber sogar mehr Power. Die WLTP-Reichweite liegt bei 520 Kilometern.

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Cyndies Verbrauch beim BYD Seal liegt zwischen 22-25 kWh/100 km. Quelle: GO!

Beim Blick auf Tesla relativiert sich dieser Wert allerdings. Das Model 3 Long Range mit Allradantrieb kommt laut Hersteller auf bis zu 660 Kilometer.

Entscheidender als die Prospektwerte ist für Cyndie darum der reale Verbrauch. Und dort zeigt der Seal Schwächen. «Mein Verbrauch beim BYD ist zwischen 22 und 25 kWh/100 km. Und das ist bei eher kalten Temperaturen. Er ist nicht überragend, aber ok.»

Im Winter ergibt das eine reale Reichweite von rund 330 bis 375 Kilometern. Für ein Elektroauto dieser Klasse ist das brauchbar, aber nicht herausragend.

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Laut WLTP hat der Seal eine Reichweite von 520 km. Quelle: GO!

Cyndie wird deshalb deutlich: «Ehrlich gesagt, bin ich ein bisschen enttäuscht. Von einem Tesla-Killer habe ich mehr erwartet.»

Komfortabel, leise und angenehm zu fahren

Beim Fahren sammelt der BYD Seal hingegen Pluspunkte. Die Leistung ist sofort spürbar, wie man es von starken Elektroautos kennt. «Wenn man aufs Gaspedal drückt, dann hat man wirklich diesen Effekt von Elektro, wo man von Anfang an direkt volle Leistung hat. Und das finde ich immer cool.»

Auch Fahrwerk und Lenkung überzeugen Cyndie. Der Seal ist komfortabel abgestimmt, bleibt aber präzise genug, um Vertrauen zu schaffen. «Das ist auf jeden Fall eine gute Alltags-Limousine. Ich würde sagen, BYD und Tesla sind ungefähr auf gleicher Höhe.»

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BYD ist anscheinend so stolz die Beschleunigung, dass sie sogar auf dem Auto stehen muss. Quelle: GO!

Positiv fällt ihr ausserdem die Geräuschdämmung auf. «Es ist hier drin wirklich leise, man hört praktisch nichts von draussen.» Für den Alltag und längere Strecken ist der Seal damit angenehm unterwegs.

Mehr Knöpfe, mehr Ausstattung

Ein grosser Unterschied zu Tesla zeigt sich im Innenraum. Während Tesla konsequent auf Minimalismus setzt, bietet BYD mehr klassische Bedienelemente. Für Cyndie ist das ein Vorteil: «Bei BYD ist man weniger minimalistisch als bei Tesla. Ich habe viele Knöpfe.»

Der Seal bietet unter anderem ein Head-up-Display, Apple CarPlay und Android Auto – Dinge, die Tesla so nicht anbietet. Auch den Abstandstempomat kann Cyndie direkt über das Lenkrad bedienen. «Und ich finde, das am Lenkrad zu haben ist top.»

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Das Display in der Mitte lässt sich auf Knopfdruck drehen. Quelle: GO!

Nicht alles überzeugt sie aber. Der drehbare Bildschirm sorgt zwar für einen Wow-Moment, bleibt für sie aber eher eine Spielerei. «Das habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Sehr cool. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, es nützt mir nichts»

Besser gefällt ihr das Infotainment selbst. Es reagiert schnell, ist übersichtlich und lässt sich personalisieren. Weniger gut kommen die vielen Warntöne an. «Das Auto macht für alles einen Ton, das ist unglaublich», sagt Cyndie. Ihr Fazit dazu: «Ich finde es ein bisschen too much.»

Laden: Hier fehlt der Fortschritt

Der grösste Kritikpunkt ist die Ladeleistung. Der BYD Seal lädt mit maximal 150 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert es rund 37 Minuten. Für Cyndie ist das zu wenig ambitioniert: «In der heutigen Zeit erstaunt man mit diesem Wert keinen Menschen mehr.»

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Die Ladegeschwindigkeit vom Seal überzeugt Cyndie nicht. Das können andere Hersteller besser, findet Cyndie. Quelle: GO!

Gerade auf der Langstrecke fällt das ins Gewicht. «Wer viel Langstrecke fährt, will eine höhere Ladegeschwindigkeit. Das ist bei Tesla besser.»

In China gibt es den Seal offenbar bereits mit 800-Volt-Technik. Für die Schweiz ist diese Version laut BYD bis auf Weiteres nicht geplant.

Viel Auto fürs Geld – aber ohne Wow-Effekt

Beim Platzangebot liefert der Seal solide Werte. Der Kofferraum fasst 400 Liter, dazu kommt ein Frunk mit 53 Litern. Das ist ordentlich, aber nicht ganz auf Tesla-Niveau.

Trotzdem überzeugt sie das Gesamtpaket. Vor allem, weil der Seal viel Ausstattung fürs Geld bietet und im Alltag angenehm fährt. «Ich würde mich mehr für den BYD entscheiden als für den Tesla, einfach weil ich fürs Geld mehr bekomme.»

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Das Gesamtpaket vom BYD Seal überzeugt Cyndie, als Tesla-Killer würde sie ihn aber nicht bezeichnen. Quelle: GO!

Ganz restlos begeistert ist sie aber nicht. Der BYD Seal ist gut, komfortabel, stark und fair eingepreist. Doch die Effizienz, die Ladegeschwindigkeit und der fehlende Überraschungseffekt trüben das Bild. «Ich habe hier etwas den Wow-Effekt vermisst. Klar, es ist ein gutes Auto, aber es hat mich jetzt nicht gross überrascht.»

Der BYD Seal zeigt damit vor allem eines: In der Elektromobilität reicht es nicht mehr, einfach gut zu sein. Der Wettbewerb entwickelt sich extrem schnell. Oder wie Cyndie sagt: «Wenn ich sehe, wie andere Hersteller weitere Fortschritte machen, dann darf sich BYD auf keinen Fall ausruhen.»