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Mercedes macht ernst: Dieser CLA ärgert Tesla und Co.

Viel Reichweite, starke Ladeleistung, moderne Technik: Der neue Mercedes CLA macht der Konkurrenz das Leben schwer. Doch ganz ohne Haken ist der Stromer nicht.

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Der offizielle Name von Cyndies Testwagen lautet Mercedes CLA 250+ mit EQ-Technologie. Mercedes verabschiedet sich damit vom EQ-Label als eigener Modellreihe und nutzt es künftig nur noch als Zusatz für Elektroversionen.

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Cyndie ist der Name egal, sie interessiert sich für das, was drin steckt. Quelle: GO!

Für Cyndie ist aber ohnehin nicht der Name entscheidend, sondern das, was unter dem Blech steckt. «Und hier ist nichts Altes, sondern sehr viel Neues drin.»

Der CLA steht auf einer komplett neuen Plattform. Sie soll künftig verschiedene Antriebsarten tragen, Cyndie testet die vollelektrische Version. Das Auto leistet 200 kW, verfügt über ein 800-Volt-System und eine neue Batteriegeneration mit höherer Energiedichte.

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Der CLA steht auf einer komplett neuen Plattform mit verbesserter Batterie. Quelle: GO!

Mercedes verspricht bis zu 715 Kilometer Reichweite und eine Ladeleistung von bis zu 320 kW. Unter idealen Bedingungen sollen in zehn Minuten bis zu 325 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.

Souverän auf der Strasse

Im Alltag überzeugt der CLA vor allem mit einem sicheren und ruhigen Fahrgefühl. Gerade bei schlechtem Wetter hinterlässt der elektrische Mercedes einen reifen Eindruck.

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Auch auf nasser Strasse beweist Mercedes, dass die Deutschen die Abstimmung im Griff haben. Quelle: GO!

«Das Fahrwerk ist gut abgestimmt. Er fährt, wie man es von einer deutschen Premium-Marke erwartet. Ich habe hier Winterreifen, es ist kalt, es regnet und trotzdem kriege ich die ganze Leistung auf die Strasse und das ist wichtig.»

Das Zwei-Gang-Getriebe arbeitet unbemerkt

Eine Besonderheit des neuen CLA ist das Zwei-Gang-Getriebe. Der erste Gang sorgt für eine schnelle Beschleunigung und für sparsames Fahren in der Stadt. Der zweite Gang für Effizienz auf der Autobahn und für die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Im Alltag bleibt das System aber praktisch unsichtbar. «Also ich muss wirklich ehrlich sagen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass das Auto ein 2-Gang-Getriebe hat, dann hätte ich das nicht gemerkt.»

Überraschend effizient im Winter

Besonders angetan ist Cyndie vom Verbrauch. Mercedes gibt einen WLTP-Wert von 13,7 kWh pro 100 Kilometer an. Im Alltag liegt sie je nach Fahrstil und Strecke zwischen 17,5 und 20 kWh. Dabei betont sie, dass die Bedingungen alles andere als ideal waren: «Das ist im Winter, also ich spreche von Temperaturen zwischen 0–10 Grad.»

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Der CLA 250+ mit der 85 kWh grossen Batterie hat die höchste Reichweite der Modellreihe. Quelle: GO!

Neben dem Antrieb trägt auch die neue Batterie zur Effizienz bei. Laut Mercedes hat sie eine bis zu 20 Prozent höhere Energiedichte als die Vorgänger-Generation. Cyndie ordnet das ein: «Das heisst nicht, dass die Batterie 20 Prozent mehr Energie hat, es bedeutet aber, dass Mercedes Gewicht und Platz sparen konnte und damit effizienter wird.»

Viel Lob für Sprachsteuerung und Ladeplanung

Nicht nur der Antrieb, auch die Software spielt heute bei Elektroautos eine Hauptrolle. Im neuen Infotainment stecken unter anderem ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Weil viele Funktionen über den Bildschirm laufen, ist für Cyndie vor allem die Sprachsteuerung entscheidend.

«Also ich möchte eigentlich alles über die Sprachsteuerung steuern.»

Im Test reagiert das System schnell und zuverlässig. «Einwandfrei, sogar mit mir. Das ist schon sehr cool und da kann ich mich auch fast nicht mehr über fehlende Knöpfe beschweren.»

Auch die Ladeplanung gefällt ihr. «Ich kann einfach sehen, was mein Laden mich kostet. Das finde ich einfach toll, sonst weiss man nie, wo man steht. Das ist klar für alle.»

Das grosse Aber bei den Updates

So modern die Software auch wirkt, genau hier liegt für Cyndie einer der kritischsten Punkte. Denn gewisse digitale Extras sind nur für eine begrenzte Zeit verfügbar und könnten später kostenpflichtig verlängert werden.

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Mercedes macht die Ladekosten transparenter. Quelle: GO!

«Wenn ich nämlich die Fusszeilen genau lese, steht da: Nach Ablauf der limitierten Laufzeit können die Digitalen Extras kostenpflichtig verlängert werden, sofern diese dann noch für das entsprechende Fahrzeug angeboten werden.»

Für Cyndie wirft das grundsätzliche Fragen auf. «Also das heisst für mich: Irgendwann kann ich das Auto nicht mehr updaten, weil Mercedes keine Updates mehr für dieses Auto liefert, weil es einfach zu alt ist.»

Gerade darin sieht sie ein Dilemma moderner Autos. Einerseits kann Software Funktionen verbessern, ohne dass man in die Werkstatt muss. Andererseits liegt die Kontrolle darüber beim Hersteller.

«Ich als Hersteller würde das nur so lange machen, bis ich ein neues Auto auf den Markt bringe und dann will ich auch, dass die Kunden das neue Auto kaufen. Und wenn es für das alte Modell kein Update mehr gibt, dann ist das ein Argument, um sich ein neues Auto zu kaufen.»

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Moderne Autos lassen sich durch Updates einfach verbessern oder erneuern. Cyndie ist diese Technologie gegenüber aber skeptisch. Quelle: GO!

Nicht nur Mercedes, auch viele andere Hersteller arbeiten so. Cyndies Skepsis gilt darum nicht nur dem deutschen Hersteller, sondern der Technologie allgemein. «Beim Smartphone zum Beispiel läuft es genauso», sagt Cyndie.

Komfort kostet extra

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Preis. Der getestete CLA kostet über 81’000 Franken. Fast 20’000 Franken davon entfallen auf Extras.

Die Basisversion startet bei 61’900 Franken. Dort ist bereits einiges an Technik an Bord, auf gewisse Komfort- und Assistenzfunktionen muss man aber verzichten. Nicht alles davon vermisst Cyndie. «Hier muss ich auf Sachen, wie z.B eine 360 Grad Kamera, Spurwechselassistent oder Park-Assistenz verzichten, das finde ich nicht so schlimm.»

Weniger Verständnis hat sie bei anderen Punkten. «Ohne Zusatzausstattung habe ich auch kein Keyless, also wenn ich in ein Auto reingehen möchte, muss ich auf den Schlüssel drücken, sonst geht es nicht. Und ich habe auch kein Head-Up-Display. Aber am Schlimmsten finde ich, dass ich kein Apple Carplay oder Android Auto habe. Also, das gehört einfach zur Grundausstattung vom Auto.»

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Wer wie Cyndie ein Head-Up-Display will, muss für die Zusatzausstattung bezahlen. Quelle: GO!

Auch kleinere Winter-Extras kosten zusätzlich. «In der Schweiz würde ich mir wahrscheinlich auch die Lenkradheizung und die beheizten Scheibenwischblätter dazu nehmen.»

Endlich gibt es einen Frunk

Ein Detail begeistert Cyndie dagegen ganz besonders: Mercedes hat dem CLA endlich einen Frunk spendiert.«Jetzt muss ich das Ladekabel nicht mehr im Kofferraum verstauen, wo es alles dreckig macht, sondern man kann es einfach hier vorne lassen. Top Sache.»

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Der Frunk von Mercedes hat über 100 Liter Platz. Quelle: GO!

Gerade im Alltag ist das für sie ein echter Gewinn. Gleichzeitig zeigt Mercedes damit, dass sich ein zusätzlicher Stauraum vorne auch auf einer Plattform mit mehreren Antriebsarten realisieren lässt.

Cyndies Fazit

Der neue Mercedes CLA zeigt, dass Mercedes beim Elektroauto technisch einen grossen Schritt gemacht hat. Reichweite, Ladeleistung, Effizienz und Fahrgefühl überzeugen im Test. Dazu kommen praktische Verbesserungen wie der Frunk und eine starke Sprachsteuerung.

Nicht alles gefällt Cyndie gleich gut. Der hohe Preis, teure Extras und die Frage, wie lange digitale Funktionen und Updates verfügbar bleiben, trüben den guten Gesamteindruck.

Aber gleichzeitig macht der neue CLA vieles richtig.