Zeekr. Schon gehört? Falls nicht, ist das keine Überraschung. Die chinesische Elektro-Marke ist in der Schweiz noch neu. Doch sie greift nicht in der Mittelklasse an, sondern dort, wo es besonders schwierig ist: in der Premiumklasse.

Der Zeekr 7X tritt gegen Modelle von Audi, BMW, Mercedes oder Porsche an. Also gegen Marken, die in der Schweiz traditionell stark sind. Cyndie Allemann will deshalb wissen: «Können die Chinesen Premium?»
Eine neue Marke mit bekannten Wurzeln
Ganz unbekannt ist die Technik hinter Zeekr nicht. Die Marke gehört zum chinesischen Geely-Konzern, zu dem unter anderem Volvo, Polestar und ein Teil von Smart gehören.
Der 7X teilt sich seine Basis mit dem Smart #5, ist aber grösser, luxuriöser und klar höher positioniert. In der getesteten Version leistet er 475 kW, also 646 PS. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,8 Sekunden. «Das ist extrem schnell», sagt Cyndie.
Viel Kraft, aber kein Sport-SUV
Die Leistung beeindruckt. Doch aus dem Zeekr 7X wird deshalb noch kein Sportwagen. Rund 2,6 Tonnen bringt der Elektro-SUV auf die Waage. «Man merkt ziemlich schnell das Gewicht und auch die Seitenneigung», sagt Cyndie.

Schnell fahren könne man mit dem Auto zwar, aber das sei nicht sein eigentlicher Zweck. Viel wichtiger sei der Komfort. Hier punktet der 7X mit Luftfahrwerk und einer ruhigen Abstimmung. Cyndies Urteil: ein guter Kompromiss zwischen zügigem Fahren und entspanntem Reisen.
Ganz auf dem Niveau der deutschen Konkurrenz ist er aber nicht. «Ein Audi Q6 oder ein Porsche Macan können diesen Spagat noch besser», sagt Cyndie.
Laden wie in der Oberklasse
Beim Laden spielt der Zeekr ganz vorne mit. Die maximale Ladeleistung liegt bei 480 kW. Laut Hersteller soll die Batterie in nur 13 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden.

In der Schweiz bleibt das vorerst allerdings Theorie. Cyndie ordnet ein: «Das ist ein wahnsinniger Wert, aber wir haben in der Schweiz praktisch noch keine Ladestation, die so viel Leistung anbietet.»
Tests aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass der 7X sehr hohe Ladeleistungen tatsächlich erreichen kann. Für Cyndie ist klar: «Das ist definitiv Premium.»
Viel Luxus, kleine Schwächen
Auch im Innenraum will Zeekr Premium bieten. Elektrische Türen, Sitzkühlung, Massagefunktion, Head-up-Display, grosses Panoramadach und hochwertige Materialien gehören zur Ausstattung.
«Der Zeekr hat elektrische Türen, wie bei Rolls-Royce», sagt Cyndie. Ob man das brauche, sei eine andere Frage.

Auf der Rückbank überzeugt der 7X mit viel Platz, bequemen Sitzen und praktischen Details wie USB-Anschlüssen und kleinen Schubladen. Der Frunk fasst nur 42 Liter, der Kofferraum mit 539 Litern ist dagegen alltagstauglich.
Weniger überzeugend ist die Software. Die Sprachsteuerung enttäuscht. «Die klappt gar nicht», sagt Cyndie. Auch Apple CarPlay verlor im Test mehrfach die Verbindung. Dazu kommen Assistenzsysteme, die oft warnen, klingeln und mahnen. Das kann im Alltag nerven.
Der Preis ist die Kampfansage
Der stärkste Punkt des Zeekr 7X ist der Preis. Die getestete Version kostet 68’890 Franken. Für ein Elektro-SUV mit fast 650 PS, Allradantrieb, Luftfahrwerk und sehr umfangreicher Ausstattung ist das eine Ansage.

Ein Audi SQ6 e-tron hat weniger Leistung, kostet ähnlich ausgestattet aber deutlich mehr. Der BMW iX3 bietet zwar mehr Reichweite und lädt ebenfalls schnell, ist aber ebenfalls teurer. Auch ein Mercedes GLC 400 EQ liegt bereits in der Basisversion über dem Zeekr – ohne viele Ausstattungen, die beim 7X schon dabei sind.
Cyndie bringt es zugespitzt auf den Punkt: «Wenn man die Preise anschaut, kann man sich schon fragen: Bin ich jetzt blöd, wenn ich ein deutsches Premiumauto kaufe?»
Fazit: Premium ohne deutsches Prestige
Ganz so einfach ist es nicht. Wer maximale Fahrdynamik sucht, findet bei den deutschen Premiummarken weiterhin mehr Feinschliff. Auch bei Software, Sprachsteuerung und Assistenzsystemen hat Zeekr noch Arbeit vor sich.

Die Reichweite ist ebenfalls kein Spitzenwert. Die getestete Version kommt nach WLTP auf etwas über 530 Kilometer. Das ist in Ordnung, aber nicht herausragend. Interessant ist deshalb auch die schwächere Version: Sie hat keinen Allradantrieb und etwas weniger Luxus, bietet aber über 400 PS, mehr als 600 Kilometer Reichweite und kostet rund 10’000 Franken weniger.
Der Zeekr 7X zeigt, wie stark chinesische Hersteller inzwischen geworden sind. Er ist schnell, komfortabel, hochwertig ausgestattet und lädt extrem schnell. Bei Fahrdynamik und Software fehlt noch etwas Feinschliff, doch der Abstand zur etablierten Premiumklasse ist kleiner, als viele erwarten dürften.
Cyndies Fazit fällt klar aus: «Wenn ihr auf das deutsche Premium-Prestige verzichten könnt, dann ist das Auto hier ein Geheimtipp für euch.»












