Warum der VW Caddy in der Schweiz so beliebt ist
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Warum der VW Caddy in der Schweiz so beliebt ist

Der VW Caddy drängt sich nicht in den Vordergrund – und trifft gerade deshalb einen Nerv. Viel Platz, Schiebetüren und ehrlicher Nutzwert machen ihn zum Hochdachkombi, der in der Schweiz...

Der VW Caddy gehört nicht zu den Autos, die mit grossem Auftritt, sportlicher Pose oder Premium-Gehabe glänzen wollen. Und genau das macht ihn interessant. Denn kaum eine Fahrzeugart bietet auf so kompakter Länge so viel Platz, so viel Nutzwert und so viel Alltagstauglichkeit wie ein Hochdachkombi.

Blauer VW Caddy in Seitenansicht mit Mann daneben auf nassem Hof
GO! Chefredaktor Samuel Pfister und sein Team haben den VW Caddy über ein halbes Jahr als Produktionsfahrzeug genutzt. Quelle: GO!

In der Schweiz steht der Caddy mit über 1000 Fahrzeugen pro Jahr an der Spitze der Hochdachkombis. Und wenn man sich anschaut, was er bietet, ist schnell klar, warum.

Viel Platz auf wenig Länge

Der Caddy ist rund 4,5 Meter lang und damit kürzer als viele klassische Kombis. Trotzdem bietet er deutlich mehr Raum. Das liegt vor allem an der hohen Karosserieform. Wer die Sitze umklappt und das Fahrzeug bis unters Dach belädt, bekommt über 2100 Liter Ladevolumen.

Auch als Fünfsitzer bleibt der Caddy praktisch. Bis zur Fensterkante fasst der Kofferraum 635 Liter, dachhoch beladen sind es 1165 Liter. «Das sind mehr als die meisten kompakten SUVs», sagt Sämi.

Geöffnete Heckklappe eines blauen VW Caddy mit grossem Laderaum hinter der zweiten Sitzreihe.
Selbst als 5-Plätzer hat der Volkswagen ein Kofferraumvolumen von 1165 Liter. Quelle: GO!

Dazu kommen die Schiebetüren. Sie brauchen in engen Parklücken wenig Platz, öffnen aber trotzdem grosszügig. Gerade für Familien, Handwerker oder alle, die regelmässig viel ein- und ausladen, ist das ein grosser Vorteil. «Wer einmal so ein Lastesel-Auto mit Schiebetüren hatte, der will nie mehr darauf verzichten», sagt der GO! Chefredaktor.

Kein Sportler, aber angenehm zu fahren

Natürlich kauft niemand einen Caddy, weil er besonders dynamisch sein soll. Sämi nennt ihn ein «Arbeitstier». Trotzdem fährt sich der Hochdachkombi ordentlich. Technisch basiert er im Kern auf dem Golf 8, was man beim Fahrverhalten merkt.

Blauer VW Caddy fährt auf schmaler Landstrasse entlang eines herbstlichen Waldrands.
Da der Caddy auf einem Golf basiert, fährt er sich gewohnt gut, aber mit etwas mehr Seitenneigung als sein kleiner Bruder. Quelle: GO!

Der höhere Schwerpunkt sorgt zwar für mehr Seitenneigung in Kurven. Doch im Alltag wirkt der Caddy solide, berechenbar und komfortabel genug. «Deutsche können Fahrwerke abstimmen», sagt Sämi. Und vermutlich haben viele Käuferinnen und Käufer ohnehin schon aufgehört, auf Fahrdynamik zu achten, sobald sie den Platz gesehen haben.

Plug-in-Hybrid: sinnvoll, aber nicht für alle

Das Testauto ist mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb unterwegs. Der kombiniert einen Benziner mit Elektromotor und leistet 110 kW, also 150 PS. Nach WLTP soll der Verbrauch bei 0,5 Litern auf 100 Kilometer liegen, die elektrische Reichweite bei bis zu 121 Kilometern.

In der Praxis hängt aber alles vom Einsatz ab. «Wenn ich zum Beispiel Gemüsebauer bin, zu Hause eine PV-Anlage und eine Wallbox habe und regelmässig ins Zentrum auf den Markt fahre, dann macht das absolut Sinn», sagt Sämi.

Blauer VW Caddy fährt mit Licht auf herbstlicher Waldstrasse.
Wer viel Kurzstrecke fährt und regelmässig laden kann, profitiert vom Plug-In-Hybrid Antrieb. Quelle: GO!

Wer dagegen viel Langstrecke fährt, profitiert weniger. Denn die hohe, praktische Form ist aerodynamisch nicht ideal.

Dazu kommt der Preis. Der Caddy 1.5 PHEV ist mit gut 45’000 Franken die teuerste Motorisierung. Das Testauto liegt mit Extras bei 50’876 Franken. Ein handgeschalteter Verbrenner ist bis zu 13’000 Franken günstiger. «Da muss man einiges elektrisch fahren, um diesen Preisunterschied herauszuholen», sagt Sämi.

Innenraum mit viel Stauraum

Im Cockpit zeigt sich der Caddy von seiner praktischen Seite. Es gibt viele Ablagen, Cupholder, Platz in den Türen und sogar ein zusätzliches Fach oberhalb der Frontscheibe. Der Innenraum ist nicht luxuriös, aber durchdacht.

Eine Hand zeigt die Ablageleiste über Fahrerplatz und Rückspiegel im VW Caddy.
Im Cockpit oberhalb der Frontscheibe hat der VW Caddy ein grosses Staufach. Quelle: GO!

Beim Infotainment-System bleibt der GO! Chefredaktor kritisch. Volkswagen wurde in den vergangenen Jahren oft für seine touchlastige Bedienung kritisiert. Auch der Caddy nutzt dieses System. «Ich glaube, VW weiss, dass das ein ziemlicher Schuss in den Ofen war», sagt Sämi. Gleichzeitig habe Volkswagen vieles verbessert.

Die Bedienung reagiert schneller, das System ist logischer aufgebaut und im Alltag besser nutzbar. Perfekt ist es nicht. Die Touchleiste für die Lautstärke ist weiterhin nicht beleuchtet. Aber im Vergleich zu früher kann man laut Sämi gut damit leben.

Ein Pluspunkt ist das Lenkrad. Im Caddy gibt es noch richtige Knöpfe statt Touchflächen.

Der Caddy bleibt ehrlich

Am Ende ist der VW Caddy kein Auto für Menschen, die auffallen wollen. Er ist kein SUV, kein Lifestyle-Bus und kein Statussymbol. Er ist ein pragmatisches Auto für alle, die Platz brauchen und keine Lust auf unnötiges Theater haben.

Cockpit des VW Caddy mit Touchscreen, digitalem Tacho und Lenkrad mit physischen Tasten.
Auch wenn beim Caddy viel auf dem Touchscreen ist, freut sich Sämi über die richtigen Knöpfe am Lenkrad. Quelle: GO!

«Man hat kein sportliches Getue, kein Premiumgehabe, einfach ein ehrliches, pragmatisches, praktisches und bezahlbares Auto», sagt Sämi.

Genau darin liegt die Stärke des Caddy. Er ist nicht aufregend. Aber er funktioniert. Und manchmal reicht genau das.