Der VW Caddy gehört nicht zu den Autos, die mit grossem Auftritt, sportlicher Pose oder Premium-Gehabe glänzen wollen. Und genau das macht ihn interessant. Denn kaum eine Fahrzeugart bietet auf so kompakter Länge so viel Platz, so viel Nutzwert und so viel Alltagstauglichkeit wie ein Hochdachkombi.

In der Schweiz steht der Caddy mit über 1000 Fahrzeugen pro Jahr an der Spitze der Hochdachkombis. Und wenn man sich anschaut, was er bietet, ist schnell klar, warum.
Viel Platz auf wenig Länge
Der Caddy ist rund 4,5 Meter lang und damit kürzer als viele klassische Kombis. Trotzdem bietet er deutlich mehr Raum. Das liegt vor allem an der hohen Karosserieform. Wer die Sitze umklappt und das Fahrzeug bis unters Dach belädt, bekommt über 2100 Liter Ladevolumen.
Auch als Fünfsitzer bleibt der Caddy praktisch. Bis zur Fensterkante fasst der Kofferraum 635 Liter, dachhoch beladen sind es 1165 Liter. «Das sind mehr als die meisten kompakten SUVs», sagt Sämi.

Dazu kommen die Schiebetüren. Sie brauchen in engen Parklücken wenig Platz, öffnen aber trotzdem grosszügig. Gerade für Familien, Handwerker oder alle, die regelmässig viel ein- und ausladen, ist das ein grosser Vorteil. «Wer einmal so ein Lastesel-Auto mit Schiebetüren hatte, der will nie mehr darauf verzichten», sagt der GO! Chefredaktor.
Kein Sportler, aber angenehm zu fahren
Natürlich kauft niemand einen Caddy, weil er besonders dynamisch sein soll. Sämi nennt ihn ein «Arbeitstier». Trotzdem fährt sich der Hochdachkombi ordentlich. Technisch basiert er im Kern auf dem Golf 8, was man beim Fahrverhalten merkt.

Der höhere Schwerpunkt sorgt zwar für mehr Seitenneigung in Kurven. Doch im Alltag wirkt der Caddy solide, berechenbar und komfortabel genug. «Deutsche können Fahrwerke abstimmen», sagt Sämi. Und vermutlich haben viele Käuferinnen und Käufer ohnehin schon aufgehört, auf Fahrdynamik zu achten, sobald sie den Platz gesehen haben.
Plug-in-Hybrid: sinnvoll, aber nicht für alle
Das Testauto ist mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb unterwegs. Der kombiniert einen Benziner mit Elektromotor und leistet 110 kW, also 150 PS. Nach WLTP soll der Verbrauch bei 0,5 Litern auf 100 Kilometer liegen, die elektrische Reichweite bei bis zu 121 Kilometern.
In der Praxis hängt aber alles vom Einsatz ab. «Wenn ich zum Beispiel Gemüsebauer bin, zu Hause eine PV-Anlage und eine Wallbox habe und regelmässig ins Zentrum auf den Markt fahre, dann macht das absolut Sinn», sagt Sämi.

Wer dagegen viel Langstrecke fährt, profitiert weniger. Denn die hohe, praktische Form ist aerodynamisch nicht ideal.
Dazu kommt der Preis. Der Caddy 1.5 PHEV ist mit gut 45’000 Franken die teuerste Motorisierung. Das Testauto liegt mit Extras bei 50’876 Franken. Ein handgeschalteter Verbrenner ist bis zu 13’000 Franken günstiger. «Da muss man einiges elektrisch fahren, um diesen Preisunterschied herauszuholen», sagt Sämi.
Innenraum mit viel Stauraum
Im Cockpit zeigt sich der Caddy von seiner praktischen Seite. Es gibt viele Ablagen, Cupholder, Platz in den Türen und sogar ein zusätzliches Fach oberhalb der Frontscheibe. Der Innenraum ist nicht luxuriös, aber durchdacht.

Beim Infotainment-System bleibt der GO! Chefredaktor kritisch. Volkswagen wurde in den vergangenen Jahren oft für seine touchlastige Bedienung kritisiert. Auch der Caddy nutzt dieses System. «Ich glaube, VW weiss, dass das ein ziemlicher Schuss in den Ofen war», sagt Sämi. Gleichzeitig habe Volkswagen vieles verbessert.
Die Bedienung reagiert schneller, das System ist logischer aufgebaut und im Alltag besser nutzbar. Perfekt ist es nicht. Die Touchleiste für die Lautstärke ist weiterhin nicht beleuchtet. Aber im Vergleich zu früher kann man laut Sämi gut damit leben.
Ein Pluspunkt ist das Lenkrad. Im Caddy gibt es noch richtige Knöpfe statt Touchflächen.
Der Caddy bleibt ehrlich
Am Ende ist der VW Caddy kein Auto für Menschen, die auffallen wollen. Er ist kein SUV, kein Lifestyle-Bus und kein Statussymbol. Er ist ein pragmatisches Auto für alle, die Platz brauchen und keine Lust auf unnötiges Theater haben.

«Man hat kein sportliches Getue, kein Premiumgehabe, einfach ein ehrliches, pragmatisches, praktisches und bezahlbares Auto», sagt Sämi.
Genau darin liegt die Stärke des Caddy. Er ist nicht aufregend. Aber er funktioniert. Und manchmal reicht genau das.












